Nachhaltigkeit im Coaching durch Werteorientierung

Im folgenden Beitrag möchte ich Euch näher bringen, warum ein Wert-orientiertes Vorgehen viel Nachhaltiger als ein Ziel-orientiertes Vorgehen ist. Ziele zu erreichen ist uns allen bekannt und vertraut. Im beruflichen Kontext erhalten wir Ziele, wenn wir diese erreichen ist das „gut“ und wird oftmals durch einen Bonus belohnt.  Wenn ich ein Ziel erreicht habe, erhalte ich ein neues Ziel und der Kreislauf beginnt erneut.

Wenn ich im Privaten ein Ziel verfolge geht mir dies oft ähnlich. Ich möchte ein neues Auto. Habe ich dieses, ebbt nach einiger Zeit meine anfängliche Euphorie ab und ich suche mir ein neues Ziel, vielleicht eine schicke Segelyacht. Habe ich diese, beginne ich mich nach einem neuen Ziel umzusehen. Nun würde der Werte-orientiert vorgehende Coach den Fokus verändern und nicht die triviale Fragen „was brauchst du um dein Ziel (Auto/Yacht/etc.) zu erreichen“ stellen, sondern „was wird dir durch das Erreichen deines Ziels (Auto/Yacht/etc.) möglich“. Es könnte sein das mir das Auto und Yacht ein Gefühl von „Freiheit“ vermittelt, oder mir „Anerkennung“ bringt, oder oder oder. Oftmals auch mehrere dieser Werte. „Welcher Wert Dir denn am wichtigsten?“ fragt der wert-orientierte Coach dann. Mit „Freiheit“ ließe sich gut weiter arbeiten, bei der „Anerkennung“ frage ich als Coach weiter und bohre tiefer, da es sich hier oft um eine Ressource von Außen handelt und ein  ganz anderer Wert dahinter steckt, z.B. Glück oder Zufriedenheit. Nehmen wir mal an die Freiheit wäre der Wert unseres Klienten. Nun kommt es für die Werte-orientierte Arbeit darauf an, den Kontext so weit wie möglich zu spezifizieren. Freiheit im allgemeinen ist zwar schön, aber ich habe s lieber konkreter um so auch konkret dahin „Entwickeln“ zu können und auch den Erfolg messbar zu machen.

Wo benötigst Du denn die Freiheit denn am meisten? AW: Ja im privaten und in der Firma.

Wo her? WA: Ja ehr im geschäftlichen.

In welcher geschäftlichen Situation oder Beziehung? AW: Ja in der Zusammenarbeit mit meinem Chef.

also, der Wert „Freiheit“ im Kontext „Zusammenarbeit mit meinem Chef“! Bodenanker erstelle, im St. Gallener Coaching Modell noch Skalieren (wo steht der Klient?, wo will der Klient sich durch das Coaching hin entwickeln?) und erste Gefühlsfrage (fühlt sich das ehr „eckig“ oder „rund“ an?)

Mit dem Wert lässt sich dann eine Wertevermehrung anstoßen, die viel nachhaltiger als eine reine Zielereichung geht. Es lässt sich erkennen, warum bestimmte Ziel so schwer erreichbar erscheinen und die Probleme so erdrückend wirken . Ja, der Wert bildet zusammen mit dem Ziel(-satz) und dem Problem(-satz) das „kybernetische Dreieck“, das Steuerrad im systemischen Coaching mit Hilfe des St. Gallener Coaching Modells. Und ja, wenn ich mit diesem fiktiven Klienten den Wert „Freiheit im Kontext Zusammenarbeit mit meinem Chef“ entwickelt dann entwickelt sich oft auch seine Freiheit in einem anderen Kontext weiter, z.B. bezogen auf seine Familie. Durch die Konkretisierung des Kontextes wird es mir als Coach aber möglich, auf der Gefühlsebene konkrete Reaktionen abzufragen und die Entwicklung in der Zusammenarbeit mit dem Chef immer wieder überprüfen zu können.

Durch die Werteorientierung wird somit ein tiefere und reichhaltigere Ebene angesprochen, wenn der Klient sich darauf einlässt öffnen sich dadurch viel Türen. Manchen Klienten recht es auch „nur“ an der Zielerreichung zu arbeiten, dann nehme ich das auch so. Im Coaching bekomme ich als Klient nur antworten auf das, was ich bereit bin zu öffnen und was an der zeit ist, geöffnet zu werden.

In diesem Sinn weiterhin eine gute Woche und gutes öffnen für Neues,

Euer Uwe




Veröffentlicht21. September 2016 von web1603 in Kategorie "Das St. Gallener Coaching Modell", "Formen des Systemischen Coaching

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