Systemisches Coaching – Veränderungen auf Identitätsebene ermöglichen

Coaching ist eine Begleitungsform, die im Wesentlichen Verhaltensänderungen bewirken soll. Durch das Coaching soll ein Klient dazu befähigt werden, konkrete Handlungen zu finden, die einen Zustand verändern (meist Unterlassungen oder verändern von oder durchführen von Tätigkeiten). Diese allgemeine Form der Begleitung bzw. des Coachings finden wir bei in den unterschiedlichsten Bereichen. Projekt-Coaches, Fach-Coaches und auch die meisten Führungskräfte-Coaches tummeln sich im Feld der Handlungsebene. Die Veränderungsrichtung wird oft von außen vorgegeben, jemand anderes sagt wie die Handlungen auszusehen haben und die Aufgabe des Coaches ist es den Klienten da hin zu bringen, meist durch viel Training und Überzeugung unterstützt durch einfache Reflexionen auf Verhaltensebene.

Beim Systemischen Coaching handelt es sich um eine tiefe Begleitungsform. Diese verlangt vom Coach hohes Engagement, Fachwissen und Persönlichkeit und vom Klienten die Bereitschaft, „sich selbst anzuschauen“. Systemisches Coaching ist daher eine komplexe Begleitungsform mit vielen aufeinander abgestimmten Interventionen die im Wesentlichen neue (Teil-) Identitäten bewirken will. Diese entstehen nicht, weil jemand anders sie haben möchte, sondern weil der Klient sich dies wünscht! Durch eine Transformation kann sich aus etwas „Altem, Belastenden“ etwas Neues bilden, dieses Neue ist auf der Identitätsebene.

Die neue Identität „Ich bin … „(z.B. zufrieden, durchsetzungsstark, reflektiert, …) kann entstehen und dabei die alte Identität „Ich bin …“ (z.B. verlassen, ohnmächtig, feige, …) ersetzten. Dieses setzt hohes Reflektionspotential des Klienten voraus, nur dann kann und will Neues entstehen.

Systemisches Coaching setzt Ergebnisoffenheit beim Coach voraus, das sich Zurücknehmen und das Aushalten und zudem ein hohes Vertrauen in das eigene Können. Jede Unsicherheit des Coaches nimmt der Klient direkt wahr und das mindert die Erfolgsaussichten der Intervention oder gar des gesamten Coachings. Daher ist hier eine Supervision durch einen erfahrenen anderen Coach sehr wichtig wie auch die Kenntnisse über verschiedene Interventionsmöglichkeiten.

Durch „einfaches“ Coaching auf der Verhaltenseben erhält ein Vorgesetzte Mitarbeiter, wie er sie haben möchte. Die dadurch ggf. entstehenden inneren Konflikte bei dem Mitarbeiter blendet man in dieser Begleitform leider sehr oft aus.

Durch systemisches Coaching insbesondere mit dem St. Galler Coaching Modell entwickelt man Menschen die werteorientiert agieren, weil das ihrer Identität entspricht und die somit hinter ihrem Verhalten stehen. Das ist für Vorgesetzte nicht immer einfache, da hier Mitarbeiter auch erkennen können ob sie zu einer Aufgabe, einer Führungskultur und somit auch zu einer Abteilung oder einem Unternehmen passen oder nicht. Das hat nicht selten den Wechsel oder gar die Kündigung durch den Klienten zur Folge. Andersherum aber, wenn der Klient erkennt das er an der richtigen Stelle  ist und er selbst „Barrieren“ entfernt hat wird die so vielgepriesene Verantwortungsübernahme oder „entrepreneurship“ möglich, neue Potentiale entstehen und können leicht gehoben werden, da sie aus dem Klienten selbst kommen und nicht von außen aufgedrückt werden.

Dieser Blog ist auf Grundlage von Gedanken und Aufzeichnungen von Rudolf E. Fitz, dem Entwickler des St. Galler Coaching Modells entstanden. Herzlichen dank dafür!




Veröffentlicht21. November 2016 von web1603 in Kategorie "Formen des Systemischen Coaching", "Systemisches Coaching - Asubildung

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