Systemisches Coaching – Der Blog

Systemisches Coaching – warum ist das Nachhaltiger als reine Beratung?

Kulturell bedingt sind wir Rat gewohnt. Durch frühe Prägungen haben wir gelernt was vermeintlich „richtig“ und was vermeintlich „falsch“ ist. Das wir den „richtigen Argumenten“ folgen müssen und dabei gefälligst unsere „Gefühlsduselei“ beiseitelegen.

Es ist so einfach, anderen „Ratschläge“ zu erteilen.  Durch systemisches Coaching habe ich erkennen können, das auch Ratschläge „Schläge“ sind. Es ist sehr schwer von anderen Rat anzunehmen, und wenn man es tut ist das nur von sehr kurzer Dauer weil wenig verinnerlicht, also aus unserem Inneren heraus.

Die Versuchung, als Außenstehender beraten zu wollen, ist groß , vor allem wenn man eigene Fachkenntnisse mitbringt. Durch das „Beraten“ zeigt man seine eigene Kompetenz und sein vermeintlich tiefes Wissen. Man macht sich selbst groß und dadurch den anderen klein. Oft, wenn ich durch eine Fertigung oder einen administrativen Bereich gehe, sehe ich viele vermeintliche Verschwendungen auf den ersten Blick. Durch meine jahrelange Tätigkeit im Bereich kontinuierliche Verbesserung kein Wunder. Früher hätte ich direkt vor Ort Ratschläge erteilt, gefragt oder nicht. Wenn mich heute jemand fragt wie sehen sie unser Werk oder unseren Standort? Frage ich zurück? Was denken denn sie? Was sollte mir denn aufgefallen sein? Das erstaunt oftmals, aber die Fragen sind das Handwerkszeug des systemischen Coaches und die Antworten das des Beraters. Ganz lässt sich das manchmal nicht trennen. Nach einem Rundgang kann man den Fragenden (zumeist die jeweilige Leitung) mal fragen, ob sie/er sich auf einen Versuch einlässt. Dann kann man denjenigen an einer vorher identifizierten stelle für 30 Minuten (oder auch länger) stehen lassen und auffordern, nur zu beobachten was um ihn herum geschieht. Nachher dann unter 4-Augen Reflexionsfragen anschließen, und siehe da, meistens kommen sogar noch bessere Lösungen heraus, als ich es als Berater hätte liefern können bzw. die bei mir im Kopf rum schwirrten.

Die Wirkung ist aber eine Andere. Die jeweilige Leitung kommuniziert nun „Ich habe erkannt“ und „ich möchte“ das wir das nun so machen und nicht Herr Dr. Steinkötter hat uns empfohlen es so zu machen. Sehen sie den Unterschied? Und wie kommt diese Überzeugung erst bei der Belegschaft an.

Oft ist es ungewohnt, als Führungskraft einfach nur zu beobachten. Gerade auf höheren Führungsebenen ist man es oft gewohnt, Informationen präzise strukturiert vorgetragen zu bekommen und basierend darauf klare Entscheidungen zu treffen. Beobachten oder im Coaching auch oft Metaperspektive einnehmen genannt ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich möchte mit meiner Coaching Kolumne mit verschiedenen Beiträgen sowohl aus dem Unternehmensumfeld wie auch aus privaten Umfeld aufzeigen, wie systemische Denkweise und insbesondere systemisches Coaching zu einer nachhaltigen Lösungsfindung beitragen.

Besucht bitte auch meine Homepage www.spitzenleistung.eu.

Ich freue mich über Ihr/Euer Feedback

Euer

Uwe




Veröffentlicht2. September 2016 von web1603 in Kategorie "Formen des Systemischen Coaching

1 COMMENTS :

  1. By E. Ksampel on

    Hallo,
    das ist eine sehr gelungene Differenzierung.
    Mich würde interessieren, in welchem Kontext Sie dazu meinen Artikel unter spitzenleistung.eu sehen.
    Viele Grüße
    E. Ksampel

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.