Hypnose im Coaching

Uhhi, das klingt aber spacy 😉 Das dachte ich auch lange. Geprägt war mein Bild von Show-Hypnosen im Fernsehen, wo Talkshowgäste wie von Sinnen umherirren oder Dinge vergessen, scheinbar völlig von außen bestimmt.
Meine mittlerweile gemachten Selbsterfahrung mit Hypnose-und Trancearbeit haben mir das Thema von einer anderen Seite nahe gebracht. Ich habe feststellen können, dass nur das möglich ist was ich als Klient auch selbst zulasse und zulassen will. Und wie bei allem im Coaching braucht es eine klare Ausrichtung, um Nachhaltige Erfolge zu generieren.
Hypnose wirkt so gut, weil durch Trancezustände unterschiedlicher Tiefe ein Dialog mit dem Unbewussten möglich wird. Neben der noch voll vorhandenen und funktionsfähigen Gedankenebene wird der Zugang zum Unbewussten ermöglicht. Das Unbewusste prägt uns mehr als wir glauben und als uns lieb ist, aber der Zugang bleibt uns zumeist verschlossen. Die aus dem Unbewussten resultierenden Reaktionen und Verhaltensweisen sehen wir aber oftmals deutlich, können sie uns aber mit unserem Verstand nicht wirklich erklären. Hypnosystemisches Arbeiten setzt genau hier an. Neben der im nachfolgenden beschriebenen Angstauflösung können wir auch gezielt bei unserem Unbewussten erfragen, wie es sich zu bestimmten Themen entscheiden würde. Auch können wir Erinnerungen an bestimmte Ereignisse oder Situationen zurückholen, also sichtbar machen. Das kann helfen gute Gefühle und Erfahrungen zu ankern und daraus Kraft für neues zu generieren oder auch schlechte Erfahrungen sichtbar und damit nicht mehr so bedrohlich und unbewusst wirken zu lassen.
Für mich ist durch meine Arbeit mit dem St. Gallener Coaching Modell das sogenannte kybernetische Dreieck zusammen mit dem jeweiligen Kontext das Steuerungsinstrument. Dieses gilt es in einer ersten Sitzung herauszuarbeiten und somit den Auftrag zu schärfen. Das kybernetische Dreieck bestehend aus dem zu entwickelndem Wert, dem konkreten Ziel und einem Problem das daran hindert das der Wert besser erfüllt ist. Mit diesem „Auftrag“ lassen sich die dahinterliegenden Themen gut analysieren, zumeist Ängste die Erfahrungen verdecken. Dieses verdecken (Metapher „Deckel auf einem Schnellkochtopf“) kostet enorme Kraft, die in diesem Kontext des Coachings aber auch anderen Lebensbereichen fehlt. Durch das Sichtbarmachen der Ängste und somit ein bewusster Umgang damit ermöglicht viel. Und genau hier kann das Versetzten des Klienten in Trancezustände, diese Tätigkeit wird als Hypnose bezeichnet, ansetzten. Hypnose, sofern sich der Klient darauf einlässt kann zu einer enorm schnellen Auflösung und/oder Reduktion beitragen. Im Klienten ablaufende Prozesse der Angstidentifikation, der Angst-Annäherung, der Angst-Durchschreitung und das Erkennen von dahinterliegenden Erfahrungen werden durch den Trance-Zustand des Klienten deutlich vereinfacht. Dabei kann dann die Erfahrungen vom Klienten auch dissoziiert angeleitet werden, das heißt der Klient nimmt z.B. eine schlimme Erfahrung nicht mit allen Gefühlen wahr, sondern er beobachtet sich selbst in diesem Geschehen als ein Außenstehender. Der Perspektivenwechsel von Assoziiert (selbst in der Situation befindlich, Gefühle in der Situation konkret wahrnehmen und aushalten, also wieder in dieser konkreten Situation sein) oder Dissoziiert (Diese Situation als ein Außenstehender beobachten und sich selbst darin sehen wie von einer Wolke oder einem Berg hinunterblickend) ist eine oft im Coaching verwendete Methode, die sich auch gut im Hypnosystemischen Coaching einsetzten lässt.