Karriere-Coaching in Zeiten der Veränderung

Karriere-Coaching, das ist ja an sich schon der Wunsch nach einer Veränderung. Karrieren laufen nur in den seltensten Fällen so ab wie es uns von der Außenwelt oft suggeriert wird. Aber jeder von uns hat auch ganz andere Vorstellungen von Karriere und die verändern sich auch im Laufe der Zeit.

Viele meiner Klienten, die zu mir zum Karriere Coaching kommen haben das Ziel, die nächste Gehaltsstufe zu erreichen und befördert zu werden. Oftmals ergibt sich aber nach intensiven Reflexionen, das dies gar nicht ihrem eignen Wunsch entspricht, sondern die Erwartungshaltung des Umfeldes sind, die übernommen wurden. Prägungen durch Eltern, über Jahre und Jahrzehnte verfestige Glaubenssätze, Meinungen aus dem vermeintlichen Freundes- und Bekanntenkreis, ständiges Vergleichen mit anderen und manchmal auch der Partner, der eine andere Vorstellung vom Leben hat als der Klient selbst.

Status und Geld verdrängen die eigentlichen Werte, die unterdrückt werden. Es fällt vielen Klienten am Anfang sehr schwer, über die eigenen Gefühle, Wünsche und Träume zu sprechen. Noch schwerer fällt es zu erkennen, wer oder was dabei im Wege steht Gefühle und wünsche auszusprechen und an deren Realisierung zu arbeiten.

Gestandene Führungskräfte, die mehrere Millionen oder gar Milliarden verantworten schaffen es oftmals nicht, auszusprechen was sie selbst brauchen würden. Zudem fällt es ihnen schwer zu akzeptieren, wenn sie gerade nicht mehr auf der gradlinigen Karriereleiter unterwegs sind die sie allen anderen immer so schön vor Augen führen.  Aber gerade das bietet eine Chance, neue Denkmuster zu erkennen, alternative Wege zu finden und sich selbst zu stärken. Dazu muss der Schock überwunden werden, Öffnung erfolgen und dann an alternativen gearbeitet werden. Öffnen, erkennen was das Leben wirklich ausmacht, was man erreicht hat und in welchen Bereichen man auch auf viel verzichtet hat ist eine Chance, die einem durch diese äußere Veränderung aufgezwungen wird aber die vielleicht längst überfällig war, denn nichts passiert aus Zufall.

Coaching ist hier die ideale Begleitung zu sich selbst zu finden und gestärkt aus einer Veränderung hervor zugehen. Ein guter Coach bietet hier die notwendige Neutralität, die gezielte systemische Intervention sowie auch Reflexion und Sparring.

Führungskräfte-Coaching – oft eine begleitende Maßnahme in Veränderungsprojekten

Mittlerweile gibt es immer mehr Führungskräfte, die sich aus eigenem Antrieb heraus weiterentwickeln wollen und sich dabei der Unterstützung eines Coaches bedienen. Die Aufträge sind vielfältig. Häufige Themen sind die Weiterentwicklung der eigenen Karriere, das Aufarbeiten von konkreten Konfliktsituationen, Work-Life-Balance, Gesundheitsprobleme, Diskrepanz zwischen eigenen Werten und der Unternehmenskultur, eigenes Auftreten, Motivation von Mitarbeitern, usw.

Auf die hierfür geeigneten Coaching Ansätze und Beispiele gehe ich in noch folgenden Blogs detaillierter ein. Hinweise, was für sie/Euch besonders interessant ist greife ich gerne auf.

Viele Führungskräfte werden aber im Rahmen von Veränderungsprojekten von Coaches unterstützt. Auftraggeber ist dann meist das Unternehmen, die zumeist alle im Scope befindlichen Führungskräfte unterstützen lässt. In den Projekten sollen die Coaches dabei helfen, eine neue Führungskultur oder präziser gesagt bestimmte Verhaltensmerkmale in den betroffenen Bereichen zu etablieren.  Coaches geben den Führungskräften dabei regelmäßiges Feedback und Hinterfragen gezielt um eben dieses gewünschte Verhalten herbeizuführen oder ein bestimmtes Verhalten zu verfestigen. Als Coach trifft man da auf unterschiedlichste Führungskräfte.

Die Dankbaren:

Hier macht Coaching richtig Spaß. Zumeist haben diese Führungskräfte noch nie wirklich Unterstützung und Feedback bekommen und saugen Methodik wie auch Feedback auf wie ein Schwamm. In kurzer Zeit sind riesige Entwicklungsschritte sichtbar.

Die Skeptiker:

Diese Gruppe von Führungskräften wollen überzeugt werden. Viel zusätzliches Erklären ist notwendig. Wenn man diese Gruppe jedoch überzeugt hat, sind sie die besten Unterstützer und Multiplikatoren. Auch hier macht Coaching richtig Spaß, weil Veränderungen richtig transparent werden.

Die Besserwisser:

Führungskräfte aus dieser Gruppe glauben sich schon so zu verhalten wie gewünscht. Sie verstehen gar nicht warum sie einen Coach bekommen, sie könnten das ja selbst bei anderen tun die es ihnen nur gleich tun müssten. Der Umgang ist nicht ganz einfach, Feedback wird gerne als Kritik aufgefasst und führt manchmal zur weiteren Ablehnung. Änderung lässt sich meist nur bewirken, in dem die Fortschritte der anderen Führungskräfte transparent gemacht werden und die direkte Führungskraft entsprechendes Feedback an den „Besserwisser“ gibt.

Die Experten:

Diese Gruppe an Führungskräften hat es im Gegensatz zu den Besserwissern wirklich drauf. Nur kleines Feintuning ist notwendig, das zumeist auch gerne angenommen wird.

Wenn es auch bei Dir/Ihnen im Unternehmen Veränderungsprojekte gibt, beobachte mal die Charakteren genau.

Viel Spaß dabei,

Euer/Ihr

Uwe Steinkötter

Wind of Change – persönliche Ziele umsetzten

img_0117Ein Jahreswechsel ist immer eine gute Zeit, über Veränderung nachzudenken. Das tun viele und an guten Vorsätzen mangelt es nicht. Aber schon bald im neuen Jahr werden die guten Vorsätze über den Haufen geworfen und es wird zu den alten Gewohnheiten zurückgekehrt. Warum eigentlich?

Das hat was mit unseren Ängsten zu tun. Über die Macht der Ängste habe ich schon im folgenden Blogeintrag berichtet. Die Ängste sorgen dafür, dass wie auf einer Wage die Veränderungen oder Neuerungen nicht zu sehr überhand gewinnen. Sie sorgen dafür, dass wir die bewährten Strategien nutzen die sich seit langem etabliert haben und die uns so auch mittlerweile ans Herz gewachsen sind. Auch negative Gewohnheiten sind zu Routinen geworden, ohne die wir uns nicht mehr vorstellen können zu leben. Was es dann benötigt, um trotzdem das Neue dem Alten vorzuziehen und die Ängste hinter sich zu lassen sind ebenfalls Strategien und Durchhaltevermögen. Anbei beispielhaft ein Coaching-Gesprächsverlauf zu den persönlichen Zielen.

Viel Spaß beim Lesen und Reflektieren, was hat das mit mir zu tun? Gerne stehe ich auch Ihnen für die Konkretisierung Ihrer persönlichen oder beruflichen Ziel zur Verfügung, ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

In diesem Sinne ein frohes Fest und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2017!

Ihr Uwe Steinkötter

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[… Vorgespräch zur Strategieerarbeitung, ein Aspekt war „ich mache mehr Sport in 2017 …]

Coach: Was heißt mehr Sport?

Klient: Hmm, jedenfalls mehr als jetzt.

Coach. Und wieviel ist jetzt?

Klient: Eher gar nicht

Coach: Und was nimmst Du dir jetzt konkret in 2017 vor.

Klient: Ja 3-mal die Woche Sport.

Coach: Wie lange denn dann?

Klient: ja so 30 min.

Coach: Also 3 Mal die Woche mindestens 30 Minuten Sport, wie klingt das Ziel für Dich?

Klient: Gut  (ein Lächeln bestätigt dies)

Coach: Welcher Sport denkst Du macht dir besonders Spaß?

Klient: Früher bin ich gerne Tennis spielen gewesen, aber mein Knie macht das ja nicht mehr so mit …

Coach: Was hat Dir denn am Tennis so viel Spaß gemacht?

Klient: Das Treffen mit meinem damaligen Doppel-Team […]das man hinterher gemeinsam drüber reden konnte […] das hinterher ausgepowert zu sein […]

Coach: Welche andere Sportart führt denn zu ähnlichen Resultaten, ohne Deinem Knie zu schaden?

Klient: ich weiß nicht

Coach: Denk mal einen Augenblick drüber nach, die Zeit haben wir …

Klient: Vielleicht Radfahren mit Freunden?

Coach: warum nur vielleicht?

Klient: Weil ich nicht weiß ob ich das auch im Winter möchte und ob ich die auch regelmäßig überreden kann.

Coach: Was wären denn alternativen zum Radfahren im Winter?

Klient: Ich hab mal gehört dass ein Kollege ins Fitnessstudio geht und da auf so Rädern mit Musik in Gruppen gefahren wird.

Coach: Ahh, Cycling! Und wäre das was für Dich in der Winterzeit?

Klient: Kann ich mir vorstellen.

Coach: Wäre da jemand mit dem Du das gerne zusammen machen möchtest?

Klient: Ja, ein guter Freund [Name gestrichen]der in der Nähe wohnt und auch mehr Sport machen will.

Coach: Magst du ihn bis zu nächsten Sitzung in der kommenden Woche mal Fragen ob er Dich begleiten will?

Klient: Ja gerne

Coach: Und wenn Du an ein Fitnessstudio denkst, was wäre dir da wichtig?

Klient: Nette Leute {[…] gute Musik […] hinterher Sauna und ein anschließendes Bier mit meinem Freund wären gut […]

Coach: Wäre es für Dich denkbar dich ebenfalls bis kommende Woche zu erkundigen, welches Fitnessstudios zu den von Dir gewünschten Zeiten einen Cycling-Kurs anbietet und Deinen Vorstellungen nahe kommt? [Anmerkung: Konkret werden, auch im Eigencoaching]

Klient: Ja, das mache ich!

Coach: Und wenn du schon da bist und es dir gefallen sollte, Frage doch mal nach einer Probestunde Cycling.

Klient: Das klingt gut

Coach: Dann bin ich mal gespannt, was Du kommende Woche berichtest! Viel Spaß bei der Auswahl!

[… Abschluss …]

Im weiteren Coaching-Sitzungen dann regelmäßige Reflexion zum Fortschritt und ggf. Zielanpassung (nach oben! – z.B. zusätzlich zum Cycling noch ein paar Geräteübungen), Reflexion wenn es nicht mit den 3 Mal geklappt hat, ggf. suche nach Alternativen falls ein Tag wegfallen sollte, Routine einkehren lassen …

Systemisches Coaching – Veränderungen auf Identitätsebene ermöglichen

Coaching ist eine Begleitungsform, die im Wesentlichen Verhaltensänderungen bewirken soll. Durch das Coaching soll ein Klient dazu befähigt werden, konkrete Handlungen zu finden, die einen Zustand verändern (meist Unterlassungen oder verändern von oder durchführen von Tätigkeiten). Diese allgemeine Form der Begleitung bzw. des Coachings finden wir bei in den unterschiedlichsten Bereichen. Projekt-Coaches, Fach-Coaches und auch die meisten Führungskräfte-Coaches tummeln sich im Feld der Handlungsebene. Die Veränderungsrichtung wird oft von außen vorgegeben, jemand anderes sagt wie die Handlungen auszusehen haben und die Aufgabe des Coaches ist es den Klienten da hin zu bringen, meist durch viel Training und Überzeugung unterstützt durch einfache Reflexionen auf Verhaltensebene.

Beim Systemischen Coaching handelt es sich um eine tiefe Begleitungsform. Diese verlangt vom Coach hohes Engagement, Fachwissen und Persönlichkeit und vom Klienten die Bereitschaft, „sich selbst anzuschauen“. Systemisches Coaching ist daher eine komplexe Begleitungsform mit vielen aufeinander abgestimmten Interventionen die im Wesentlichen neue (Teil-) Identitäten bewirken will. Diese entstehen nicht, weil jemand anders sie haben möchte, sondern weil der Klient sich dies wünscht! Durch eine Transformation kann sich aus etwas „Altem, Belastenden“ etwas Neues bilden, dieses Neue ist auf der Identitätsebene.

Die neue Identität „Ich bin … „(z.B. zufrieden, durchsetzungsstark, reflektiert, …) kann entstehen und dabei die alte Identität „Ich bin …“ (z.B. verlassen, ohnmächtig, feige, …) ersetzten. Dieses setzt hohes Reflektionspotential des Klienten voraus, nur dann kann und will Neues entstehen.

Systemisches Coaching setzt Ergebnisoffenheit beim Coach voraus, das sich Zurücknehmen und das Aushalten und zudem ein hohes Vertrauen in das eigene Können. Jede Unsicherheit des Coaches nimmt der Klient direkt wahr und das mindert die Erfolgsaussichten der Intervention oder gar des gesamten Coachings. Daher ist hier eine Supervision durch einen erfahrenen anderen Coach sehr wichtig wie auch die Kenntnisse über verschiedene Interventionsmöglichkeiten.

Durch „einfaches“ Coaching auf der Verhaltenseben erhält ein Vorgesetzte Mitarbeiter, wie er sie haben möchte. Die dadurch ggf. entstehenden inneren Konflikte bei dem Mitarbeiter blendet man in dieser Begleitform leider sehr oft aus.

Durch systemisches Coaching insbesondere mit dem St. Galler Coaching Modell entwickelt man Menschen die werteorientiert agieren, weil das ihrer Identität entspricht und die somit hinter ihrem Verhalten stehen. Das ist für Vorgesetzte nicht immer einfache, da hier Mitarbeiter auch erkennen können ob sie zu einer Aufgabe, einer Führungskultur und somit auch zu einer Abteilung oder einem Unternehmen passen oder nicht. Das hat nicht selten den Wechsel oder gar die Kündigung durch den Klienten zur Folge. Andersherum aber, wenn der Klient erkennt das er an der richtigen Stelle  ist und er selbst „Barrieren“ entfernt hat wird die so vielgepriesene Verantwortungsübernahme oder „entrepreneurship“ möglich, neue Potentiale entstehen und können leicht gehoben werden, da sie aus dem Klienten selbst kommen und nicht von außen aufgedrückt werden.

Dieser Blog ist auf Grundlage von Gedanken und Aufzeichnungen von Rudolf E. Fitz, dem Entwickler des St. Galler Coaching Modells entstanden. Herzlichen dank dafür!

Wie wir gelernt haben Gefühle zu verdrängen

20161102_160608Mit staunenden und strahlenden Augen die Welt entdecken, wissensdurstig, glücklich, voller Freude an all dem was es zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und zu fühlen gibt, spontan sich auf die Impulse einlassend, unvoreingenommen und offen – so sind Kinder. Getragen von der Ur-Liebe, geliebt des Da Seins wegen und nicht für bestimmtes Tun oder Lassen. Das Ur-Vertrauen in jedem von uns, das uns zu den idealen Entdeckern macht. Ja, lass dir das auf der Zunge zergehen, so warst Du mal. Und das tolle ist, ganz tief in Dir ist das immer noch da, nur durch viel Schichten abgetrennt und verborgen – Dein inneres Kind.

Denn im Laufe unseres Lebens erfolgten immer mehr Ereignisse, unerfüllte Bedürfnisse und auch scherzhafte Erfahrungen, die frühen bezeichnet man auch als Prägungen, die sich wie Magmaschichten eines Vulkanstroms über unsere Ur-Werte gelegt haben da die schmerzlichen Erfahrungen abgespeichert wurden und die unerfüllten Bedürfnisse unerfüllt blieben. In früher Kindheit reicht oftmals schon eine Bewertung von außen wie „jetzt sei mal ruhig“ oder „stell dich jetzt bloß nicht so an“ aus, um daraus Glaubenssätze wie „ich bin nicht liebenswert“ oder „ich bin ungenügend“ entstehen zu lassen. Mit dem Kopf lernen Kinder (und auch Erwachsene) Vermeidungsstrategien zu entwickeln. Sie wollen gefallen, in jungen Jahren vor allem unseren Eltern. Diese Liebe, Nähe, Zuneigung, dafür tun kleine Kinder alles. Manchmal habe ich das Gefühl das so mancher Erwachsene das auch in gleicher Weise von seiner/m Vorgesetzen will und alles dafür tut … und damit meine ich nicht Loyalität, sondern blindem Gehorsam. Leider auch ein Phänomen, was sich in Unternehmen auch auf höheren Führungsebenen findet und dem Unternehmertum völlig im Weg steht. Hier wäre das systemische Coaching sicherlich sinnvoll um der dahinterliegenden Prägung auf den Grund zu gehen …

Aber zurück zur Entwicklung unserer Magmaschichten bestehend aus Verletzungen, Glaubenssätzen und daraus resultierenden Strategien. So reißt dann nach und nach die Verbindung zum inneren Kind ab. Geblieben sind die über einen langen Zeitraum im Unbewussten gespeicherten Gefühle, entstanden in Prägungen die unbewusst wirken und von denen die Prägungserfahrungen ebenfalls mehr und mehr von anderen Magmaschichten überdeckt werden. Diese sind Ängste und Muster, die uns helfen schnell zu reagieren ohne den Schmerz der Prägungssituation erneut erleben zu müssen. Dies beeinflusst jeden von uns in ganz alltäglichen Situationen mit Kollegen und Vorgesetzten, Kunden oder Lieferanten oder auch im privaten oder familiären Umfeld. Als Erwachsene haben wir erlernt unserem Verstand zu folgen und Gefühle als „Duselei“ abzutun. Eine bestimmte Aktion oder ein Verhalten eines Beteiligten löst bei uns ein Muster aus, wir reagieren wie „ferngesteuert“ darauf und wenden die jeweils in der Kindheit erfolgreiche Strategie (z.b. weglaufen, klein machen, weinen, überspielen mit Lachen, …) an. Leider haben wir hier dann nicht die Wahl, ein anderes, neues Verhalten zu wählen. Unser Unbewusstes hat diese Muster erkannt und die dazugehörige Strategie abgespeichert. Durch das bewusst machen dieses Mechanismus und der Ursachenforschung mit systemisches Coaching (z.B. durch Tiefenstruktur und Timeline-Prozesse) lassen sich neue identitätsprägende Verhaltensweisen erlernen, die einem Wahlmöglichkeiten eröffnen. „Leider“ ein Prozess, der das „mit sich selbst auseinandersetzten“ voraussetzt. Zurück zu unserer Magmaschicht, das verdecken benötigt viel Kraft und Spannung, wenn diese Schichten weg sind und man dem ursprünglichem Problem bzw. der Prägung ins Augenblicken kann dann eröffnen sich viele neue Möglichkeiten, die Kraft des verdeckt Haltens wird frei und ist anders nutzbar. Abschließend möchte ich mit einem Zitat von Deepak Chopra dazu ermutigen, mit staunenden und strahlenden Augen die Welt zu entdecken, wissensdurstig, glücklich und voller Freude: „Jedes Mal, wenn Du versucht bist, in alten Mustern zu reagieren, frage dich, ob du ein Gefangener der Vergangenheit sein willst, oder ein Pionier der Zukunft“

Wenn sie wieder selbst die Alternativen bestimmen möchten und das nicht ihren etablierten Mustern überlassen wollen helfe ich Ihnen gerne, die Auslöser zu finden und die Wahlmöglichkeit in bestimmten Situationen zu haben.

Kontaktieren sie mich unverbindlich, ich freue mich darauf!

Systemische Organisationsaufstellungen

Elemente in Systemen sind miteinander verbunden. Ein System (im Business Kontext oftmals ein Team) besteht aus einer Anzahl von Elementen (den Teammitgliedern, siehe auch Team Coaching). Diese „Elemente“ sind miteinander verbunden und verstrickt, auch ein abgetrennt sein von Teammitgliedern ist eine Verbindung. Dieses System, unser Team führt ein Eigenleben. Es führt einen inneren Austausch im Team und ist über seine Teammitglieder auch mit anderen Systemen wie das Makrosystem Unternehmen verbunden. Jeder Mensch ist Teil von verschiedenen Systemen, und wir bringen unsere Erfahrungen und Prägungen mit in das System Team. Dies leitet uns bei unseren Handlungen und Unterlassungen.

Systemisches Aufstellungsbrett
Systemisches Aufstellungsbrett

Systemische Aufstellungsarbeit kann uns dabei helfen, in hochkomplexen Beziehungs- und Steuerungsverflechtungen zu erkennen, um was es wirklich geht. In der systemischen Aufstellungsarbeit haben Elemente immer einen Ort und eine Ausrichtung. Durch dieses Bewusstmachen über Aufstellungen lässt sich durch eine Werteorientierung eine gezielte Fokussierung auf die wichtigen Ziele oder ein Lösen von den relevanten Problemen in Teams wirkungsvoll angehen. Oftmals sehen wir nämlich Konflikte nur Linear, also z.B. zwischen zwei Personen oder Konfliktparteien, dabei sind diese sichtbaren Symptome lediglich die Reaktion auf ganz andere, nicht sichtbare oder nicht gesehen werden wollende Ursachen.

Alleine schon das Aufstellen des Ist-Zustandes eines Teams ist eine erste Intervention. Durch das sich bewusste Machen des inneren Bildes erhält der Aufstellende (z.B. einer der Konfliktpartner oder die Führungskraft) neue Perspektiven und Handlungsoptionen. Mit etwas Übung und Anleitung durch einen erfahrenen Coach gelingt auch das hineinspühren in die einzelnen Elemente oder Teammitglieder, so werden unterschiedliche Perspektiven für den Aufstellenden erkennbar und fühlbar. Die verborgenen Dynamiken und ihre Ursachen werden transparent und können angegangen werden. Man kann es glauben oder nicht (ich hätte das bis vor zwei Jahren auch nicht geglaubt) aber die Interventionen die ein Coach mit dem Aufstellenden durchführt wirken auch auf die nicht anwesenden Teammitglieder. Oftmals sind schon beim nächsten Zusammentreffen des Teams erste Veränderungen spürbar.

Sich selbst immer neu erfinden

Für mich ist es wichtig den eigenen Horizont ständig zu erweitern, sei es durch gute Gespräche, Bücher und Zeitschriften oder durch Vorträge, Seminare und Weiterbildungen. Wissen öffnet, Erfahrungsdurst ist eine der wichtigsten Voraussetzung um einerseits andere Meinungen und neuerfindenSichtweisen akzeptieren zu können und auch die eigene weiter zu entwickeln. Nur wer viel hört und liest ist offen für neues und kann so in Alternativen denken und handeln. Gutes Zuhören und ein offenes Ohr zu haben hilft dabei, viel mehr zu erfahren als man es oftmals zu erhoffen vermag. Gezieltes Nachfragen mit einer hohen Empathie unterstützt dies sehr. Damit generiert man nicht nur Vertrauen, sondern man gewinnt auch wichtige Informationen. Diese Informationen gepaart mit einer risikofreudigen out-of-the-box Denkweise ermöglicht unkonventionelle Lösungen und Entscheidungen, ein sich neu erfinden und ein sich weiterentwickeln.
Wer aufhört sich neu zu erfinden wird in der Vergangenheit verweilen. Aber nur im hier und jetzt fließen Vergangenheit und Zukunft zusammen. Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern, aber man kann die Wahrnehmung zu ihr Verändern und somit von JETZT an die Zukunft beeinflussen. Muster aus der Vergangenheit lassen sich auflösen, durch neue Denk- und Handlungsoptionen erwachsen neue Verhaltensweisen die uns fit für die Zukunft machen.
Offenheit für Neues hilft, sich ständig selbst zu hinterfragen. Kein immer leichter Prozess, weil er das in sich Gehen voraussetzt, also die kritische und oftmals schmerzhafte Beschäftigung mit uns selbst. Wenn das gelingt, gelingt auch das sich neu Erfinden und dies von Mal zu Mal besser – man kann also so die eigene Veränderungsgeschwindigkeit ebenso wie die Freude an Veränderungen erhöhen!
Viel Spaß beim „sich selbst neue Erfinden“ wünscht
Uwe

Hypnose im Coaching

Uhhi, das klingt aber spacy 😉 Das dachte ich auch lange. Geprägt war mein Bild von Show-Hypnosen im Fernsehen, wo Talkshowgäste wie von Sinnen umherirren oder Dinge vergessen, scheinbar völlig von außen bestimmt.
Meine mittlerweile gemachten Selbsterfahrung mit Hypnose-und Trancearbeit haben mir das Thema von einer anderen Seite nahe gebracht. Ich habe feststellen können, dass nur das möglich ist was ich als Klient auch selbst zulasse und zulassen will. Und wie bei allem im Coaching braucht es eine klare Ausrichtung, um Nachhaltige Erfolge zu generieren.
Hypnose wirkt so gut, weil durch Trancezustände unterschiedlicher Tiefe ein Dialog mit dem Unbewussten möglich wird. Neben der noch voll vorhandenen und funktionsfähigen Gedankenebene wird der Zugang zum Unbewussten ermöglicht. Das Unbewusste prägt uns mehr als wir glauben und als uns lieb ist, aber der Zugang bleibt uns zumeist verschlossen. Die aus dem Unbewussten resultierenden Reaktionen und Verhaltensweisen sehen wir aber oftmals deutlich, können sie uns aber mit unserem Verstand nicht wirklich erklären. Hypnosystemisches Arbeiten setzt genau hier an. Neben der im nachfolgenden beschriebenen Angstauflösung können wir auch gezielt bei unserem Unbewussten erfragen, wie es sich zu bestimmten Themen entscheiden würde. Auch können wir Erinnerungen an bestimmte Ereignisse oder Situationen zurückholen, also sichtbar machen. Das kann helfen gute Gefühle und Erfahrungen zu ankern und daraus Kraft für neues zu generieren oder auch schlechte Erfahrungen sichtbar und damit nicht mehr so bedrohlich und unbewusst wirken zu lassen.
Für mich ist durch meine Arbeit mit dem St. Gallener Coaching Modell das sogenannte kybernetische Dreieck zusammen mit dem jeweiligen Kontext das Steuerungsinstrument. Dieses gilt es in einer ersten Sitzung herauszuarbeiten und somit den Auftrag zu schärfen. Das kybernetische Dreieck bestehend aus dem zu entwickelndem Wert, dem konkreten Ziel und einem Problem das daran hindert das der Wert besser erfüllt ist. Mit diesem „Auftrag“ lassen sich die dahinterliegenden Themen gut analysieren, zumeist Ängste die Erfahrungen verdecken. Dieses verdecken (Metapher „Deckel auf einem Schnellkochtopf“) kostet enorme Kraft, die in diesem Kontext des Coachings aber auch anderen Lebensbereichen fehlt. Durch das Sichtbarmachen der Ängste und somit ein bewusster Umgang damit ermöglicht viel. Und genau hier kann das Versetzten des Klienten in Trancezustände, diese Tätigkeit wird als Hypnose bezeichnet, ansetzten. Hypnose, sofern sich der Klient darauf einlässt kann zu einer enorm schnellen Auflösung und/oder Reduktion beitragen. Im Klienten ablaufende Prozesse der Angstidentifikation, der Angst-Annäherung, der Angst-Durchschreitung und das Erkennen von dahinterliegenden Erfahrungen werden durch den Trance-Zustand des Klienten deutlich vereinfacht. Dabei kann dann die Erfahrungen vom Klienten auch dissoziiert angeleitet werden, das heißt der Klient nimmt z.B. eine schlimme Erfahrung nicht mit allen Gefühlen wahr, sondern er beobachtet sich selbst in diesem Geschehen als ein Außenstehender. Der Perspektivenwechsel von Assoziiert (selbst in der Situation befindlich, Gefühle in der Situation konkret wahrnehmen und aushalten, also wieder in dieser konkreten Situation sein) oder Dissoziiert (Diese Situation als ein Außenstehender beobachten und sich selbst darin sehen wie von einer Wolke oder einem Berg hinunterblickend) ist eine oft im Coaching verwendete Methode, die sich auch gut im Hypnosystemischen Coaching einsetzten lässt.

Feuerlauf – Ängste durchschreiten

Am Samstag durfte ich im Rahmen meiner Ausbildung bei der CoachTrainerAkademieSchweiz an einem Feuerlauf teilnahmen. Ziel dabei war es, sich der Angst zu stellen und diese zu durchschreiten um so die dahinterliegenden Erfahrungen hervor zu holen. Die Kraft, Ängste aufrecht zu halten ist so viel größer als den wirklichen Erfahrungen zu begegnen und sich diesen zu stellen. Das Feuer als Symbol dazu – eine tolle Metapher. Danke für diese Erfahrung … und nur soviel dazu … Ängste zu durschreiten kann süchtig machen …
Danke an das Team der CoachTrainerAkademieSchweiz für das Möglich machen!!!

Nachhaltigkeit im Coaching durch Werteorientierung

Im folgenden Beitrag möchte ich Euch näher bringen, warum ein Wert-orientiertes Vorgehen viel Nachhaltiger als ein Ziel-orientiertes Vorgehen ist. Ziele zu erreichen ist uns allen bekannt und vertraut. Im beruflichen Kontext erhalten wir Ziele, wenn wir diese erreichen ist das „gut“ und wird oftmals durch einen Bonus belohnt.  Wenn ich ein Ziel erreicht habe, erhalte ich ein neues Ziel und der Kreislauf beginnt erneut.

Wenn ich im Privaten ein Ziel verfolge geht mir dies oft ähnlich. Ich möchte ein neues Auto. Habe ich dieses, ebbt nach einiger Zeit meine anfängliche Euphorie ab und ich suche mir ein neues Ziel, vielleicht eine schicke Segelyacht. Habe ich diese, beginne ich mich nach einem neuen Ziel umzusehen. Nun würde der Werte-orientiert vorgehende Coach den Fokus verändern und nicht die triviale Fragen „was brauchst du um dein Ziel (Auto/Yacht/etc.) zu erreichen“ stellen, sondern „was wird dir durch das Erreichen deines Ziels (Auto/Yacht/etc.) möglich“. Es könnte sein das mir das Auto und Yacht ein Gefühl von „Freiheit“ vermittelt, oder mir „Anerkennung“ bringt, oder oder oder. Oftmals auch mehrere dieser Werte. „Welcher Wert Dir denn am wichtigsten?“ fragt der wert-orientierte Coach dann. Mit „Freiheit“ ließe sich gut weiter arbeiten, bei der „Anerkennung“ frage ich als Coach weiter und bohre tiefer, da es sich hier oft um eine Ressource von Außen handelt und ein  ganz anderer Wert dahinter steckt, z.B. Glück oder Zufriedenheit. Nehmen wir mal an die Freiheit wäre der Wert unseres Klienten. Nun kommt es für die Werte-orientierte Arbeit darauf an, den Kontext so weit wie möglich zu spezifizieren. Freiheit im allgemeinen ist zwar schön, aber ich habe s lieber konkreter um so auch konkret dahin „Entwickeln“ zu können und auch den Erfolg messbar zu machen.

Wo benötigst Du denn die Freiheit denn am meisten? AW: Ja im privaten und in der Firma.

Wo her? WA: Ja ehr im geschäftlichen.

In welcher geschäftlichen Situation oder Beziehung? AW: Ja in der Zusammenarbeit mit meinem Chef.

also, der Wert „Freiheit“ im Kontext „Zusammenarbeit mit meinem Chef“! Bodenanker erstelle, im St. Gallener Coaching Modell noch Skalieren (wo steht der Klient?, wo will der Klient sich durch das Coaching hin entwickeln?) und erste Gefühlsfrage (fühlt sich das ehr „eckig“ oder „rund“ an?)

Mit dem Wert lässt sich dann eine Wertevermehrung anstoßen, die viel nachhaltiger als eine reine Zielereichung geht. Es lässt sich erkennen, warum bestimmte Ziel so schwer erreichbar erscheinen und die Probleme so erdrückend wirken . Ja, der Wert bildet zusammen mit dem Ziel(-satz) und dem Problem(-satz) das „kybernetische Dreieck“, das Steuerrad im systemischen Coaching mit Hilfe des St. Gallener Coaching Modells. Und ja, wenn ich mit diesem fiktiven Klienten den Wert „Freiheit im Kontext Zusammenarbeit mit meinem Chef“ entwickelt dann entwickelt sich oft auch seine Freiheit in einem anderen Kontext weiter, z.B. bezogen auf seine Familie. Durch die Konkretisierung des Kontextes wird es mir als Coach aber möglich, auf der Gefühlsebene konkrete Reaktionen abzufragen und die Entwicklung in der Zusammenarbeit mit dem Chef immer wieder überprüfen zu können.

Durch die Werteorientierung wird somit ein tiefere und reichhaltigere Ebene angesprochen, wenn der Klient sich darauf einlässt öffnen sich dadurch viel Türen. Manchen Klienten recht es auch „nur“ an der Zielerreichung zu arbeiten, dann nehme ich das auch so. Im Coaching bekomme ich als Klient nur antworten auf das, was ich bereit bin zu öffnen und was an der zeit ist, geöffnet zu werden.

In diesem Sinn weiterhin eine gute Woche und gutes öffnen für Neues,

Euer Uwe