Karriere-Coaching in Zeiten der Veränderung

Karriere-Coaching, das ist ja an sich schon der Wunsch nach einer Veränderung. Karrieren laufen nur in den seltensten Fällen so ab wie es uns von der Außenwelt oft suggeriert wird. Aber jeder von uns hat auch ganz andere Vorstellungen von Karriere und die verändern sich auch im Laufe der Zeit.

Viele meiner Klienten, die zu mir zum Karriere Coaching kommen haben das Ziel, die nächste Gehaltsstufe zu erreichen und befördert zu werden. Oftmals ergibt sich aber nach intensiven Reflexionen, das dies gar nicht ihrem eignen Wunsch entspricht, sondern die Erwartungshaltung des Umfeldes sind, die übernommen wurden. Prägungen durch Eltern, über Jahre und Jahrzehnte verfestige Glaubenssätze, Meinungen aus dem vermeintlichen Freundes- und Bekanntenkreis, ständiges Vergleichen mit anderen und manchmal auch der Partner, der eine andere Vorstellung vom Leben hat als der Klient selbst.

Status und Geld verdrängen die eigentlichen Werte, die unterdrückt werden. Es fällt vielen Klienten am Anfang sehr schwer, über die eigenen Gefühle, Wünsche und Träume zu sprechen. Noch schwerer fällt es zu erkennen, wer oder was dabei im Wege steht Gefühle und wünsche auszusprechen und an deren Realisierung zu arbeiten.

Gestandene Führungskräfte, die mehrere Millionen oder gar Milliarden verantworten schaffen es oftmals nicht, auszusprechen was sie selbst brauchen würden. Zudem fällt es ihnen schwer zu akzeptieren, wenn sie gerade nicht mehr auf der gradlinigen Karriereleiter unterwegs sind die sie allen anderen immer so schön vor Augen führen.  Aber gerade das bietet eine Chance, neue Denkmuster zu erkennen, alternative Wege zu finden und sich selbst zu stärken. Dazu muss der Schock überwunden werden, Öffnung erfolgen und dann an alternativen gearbeitet werden. Öffnen, erkennen was das Leben wirklich ausmacht, was man erreicht hat und in welchen Bereichen man auch auf viel verzichtet hat ist eine Chance, die einem durch diese äußere Veränderung aufgezwungen wird aber die vielleicht längst überfällig war, denn nichts passiert aus Zufall.

Coaching ist hier die ideale Begleitung zu sich selbst zu finden und gestärkt aus einer Veränderung hervor zugehen. Ein guter Coach bietet hier die notwendige Neutralität, die gezielte systemische Intervention sowie auch Reflexion und Sparring.

kaum erkennbare Unterschiede zwischen einem Workaholic und einem High Performer

Heute möchte ich gerne einen Interessenten Artikel aus Business Insider Deutschland teilen, der die kaum erkennbare Unterschiede zwischen einem Workaholic und einem High Performer beleuchtet.

Hier wird auf die folgenden wesentlichen Punkte eingegangen:

  • Werteorientierung
  • Priorisierung
  • Geschäft vs beschäftigt

Viel Spaß beim Lesen LINK zum Artikel

Herzlichen Grüße

Uwe Steinkötter

Führungskräfte-Coaching – oft eine begleitende Maßnahme in Veränderungsprojekten

Mittlerweile gibt es immer mehr Führungskräfte, die sich aus eigenem Antrieb heraus weiterentwickeln wollen und sich dabei der Unterstützung eines Coaches bedienen. Die Aufträge sind vielfältig. Häufige Themen sind die Weiterentwicklung der eigenen Karriere, das Aufarbeiten von konkreten Konfliktsituationen, Work-Life-Balance, Gesundheitsprobleme, Diskrepanz zwischen eigenen Werten und der Unternehmenskultur, eigenes Auftreten, Motivation von Mitarbeitern, usw.

Auf die hierfür geeigneten Coaching Ansätze und Beispiele gehe ich in noch folgenden Blogs detaillierter ein. Hinweise, was für sie/Euch besonders interessant ist greife ich gerne auf.

Viele Führungskräfte werden aber im Rahmen von Veränderungsprojekten von Coaches unterstützt. Auftraggeber ist dann meist das Unternehmen, die zumeist alle im Scope befindlichen Führungskräfte unterstützen lässt. In den Projekten sollen die Coaches dabei helfen, eine neue Führungskultur oder präziser gesagt bestimmte Verhaltensmerkmale in den betroffenen Bereichen zu etablieren.  Coaches geben den Führungskräften dabei regelmäßiges Feedback und Hinterfragen gezielt um eben dieses gewünschte Verhalten herbeizuführen oder ein bestimmtes Verhalten zu verfestigen. Als Coach trifft man da auf unterschiedlichste Führungskräfte.

Die Dankbaren:

Hier macht Coaching richtig Spaß. Zumeist haben diese Führungskräfte noch nie wirklich Unterstützung und Feedback bekommen und saugen Methodik wie auch Feedback auf wie ein Schwamm. In kurzer Zeit sind riesige Entwicklungsschritte sichtbar.

Die Skeptiker:

Diese Gruppe von Führungskräften wollen überzeugt werden. Viel zusätzliches Erklären ist notwendig. Wenn man diese Gruppe jedoch überzeugt hat, sind sie die besten Unterstützer und Multiplikatoren. Auch hier macht Coaching richtig Spaß, weil Veränderungen richtig transparent werden.

Die Besserwisser:

Führungskräfte aus dieser Gruppe glauben sich schon so zu verhalten wie gewünscht. Sie verstehen gar nicht warum sie einen Coach bekommen, sie könnten das ja selbst bei anderen tun die es ihnen nur gleich tun müssten. Der Umgang ist nicht ganz einfach, Feedback wird gerne als Kritik aufgefasst und führt manchmal zur weiteren Ablehnung. Änderung lässt sich meist nur bewirken, in dem die Fortschritte der anderen Führungskräfte transparent gemacht werden und die direkte Führungskraft entsprechendes Feedback an den „Besserwisser“ gibt.

Die Experten:

Diese Gruppe an Führungskräften hat es im Gegensatz zu den Besserwissern wirklich drauf. Nur kleines Feintuning ist notwendig, das zumeist auch gerne angenommen wird.

Wenn es auch bei Dir/Ihnen im Unternehmen Veränderungsprojekte gibt, beobachte mal die Charakteren genau.

Viel Spaß dabei,

Euer/Ihr

Uwe Steinkötter

Wind of Change – persönliche Ziele umsetzten

img_0117Ein Jahreswechsel ist immer eine gute Zeit, über Veränderung nachzudenken. Das tun viele und an guten Vorsätzen mangelt es nicht. Aber schon bald im neuen Jahr werden die guten Vorsätze über den Haufen geworfen und es wird zu den alten Gewohnheiten zurückgekehrt. Warum eigentlich?

Das hat was mit unseren Ängsten zu tun. Über die Macht der Ängste habe ich schon im folgenden Blogeintrag berichtet. Die Ängste sorgen dafür, dass wie auf einer Wage die Veränderungen oder Neuerungen nicht zu sehr überhand gewinnen. Sie sorgen dafür, dass wir die bewährten Strategien nutzen die sich seit langem etabliert haben und die uns so auch mittlerweile ans Herz gewachsen sind. Auch negative Gewohnheiten sind zu Routinen geworden, ohne die wir uns nicht mehr vorstellen können zu leben. Was es dann benötigt, um trotzdem das Neue dem Alten vorzuziehen und die Ängste hinter sich zu lassen sind ebenfalls Strategien und Durchhaltevermögen. Anbei beispielhaft ein Coaching-Gesprächsverlauf zu den persönlichen Zielen.

Viel Spaß beim Lesen und Reflektieren, was hat das mit mir zu tun? Gerne stehe ich auch Ihnen für die Konkretisierung Ihrer persönlichen oder beruflichen Ziel zur Verfügung, ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

In diesem Sinne ein frohes Fest und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2017!

Ihr Uwe Steinkötter

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[… Vorgespräch zur Strategieerarbeitung, ein Aspekt war „ich mache mehr Sport in 2017 …]

Coach: Was heißt mehr Sport?

Klient: Hmm, jedenfalls mehr als jetzt.

Coach. Und wieviel ist jetzt?

Klient: Eher gar nicht

Coach: Und was nimmst Du dir jetzt konkret in 2017 vor.

Klient: Ja 3-mal die Woche Sport.

Coach: Wie lange denn dann?

Klient: ja so 30 min.

Coach: Also 3 Mal die Woche mindestens 30 Minuten Sport, wie klingt das Ziel für Dich?

Klient: Gut  (ein Lächeln bestätigt dies)

Coach: Welcher Sport denkst Du macht dir besonders Spaß?

Klient: Früher bin ich gerne Tennis spielen gewesen, aber mein Knie macht das ja nicht mehr so mit …

Coach: Was hat Dir denn am Tennis so viel Spaß gemacht?

Klient: Das Treffen mit meinem damaligen Doppel-Team […]das man hinterher gemeinsam drüber reden konnte […] das hinterher ausgepowert zu sein […]

Coach: Welche andere Sportart führt denn zu ähnlichen Resultaten, ohne Deinem Knie zu schaden?

Klient: ich weiß nicht

Coach: Denk mal einen Augenblick drüber nach, die Zeit haben wir …

Klient: Vielleicht Radfahren mit Freunden?

Coach: warum nur vielleicht?

Klient: Weil ich nicht weiß ob ich das auch im Winter möchte und ob ich die auch regelmäßig überreden kann.

Coach: Was wären denn alternativen zum Radfahren im Winter?

Klient: Ich hab mal gehört dass ein Kollege ins Fitnessstudio geht und da auf so Rädern mit Musik in Gruppen gefahren wird.

Coach: Ahh, Cycling! Und wäre das was für Dich in der Winterzeit?

Klient: Kann ich mir vorstellen.

Coach: Wäre da jemand mit dem Du das gerne zusammen machen möchtest?

Klient: Ja, ein guter Freund [Name gestrichen]der in der Nähe wohnt und auch mehr Sport machen will.

Coach: Magst du ihn bis zu nächsten Sitzung in der kommenden Woche mal Fragen ob er Dich begleiten will?

Klient: Ja gerne

Coach: Und wenn Du an ein Fitnessstudio denkst, was wäre dir da wichtig?

Klient: Nette Leute {[…] gute Musik […] hinterher Sauna und ein anschließendes Bier mit meinem Freund wären gut […]

Coach: Wäre es für Dich denkbar dich ebenfalls bis kommende Woche zu erkundigen, welches Fitnessstudios zu den von Dir gewünschten Zeiten einen Cycling-Kurs anbietet und Deinen Vorstellungen nahe kommt? [Anmerkung: Konkret werden, auch im Eigencoaching]

Klient: Ja, das mache ich!

Coach: Und wenn du schon da bist und es dir gefallen sollte, Frage doch mal nach einer Probestunde Cycling.

Klient: Das klingt gut

Coach: Dann bin ich mal gespannt, was Du kommende Woche berichtest! Viel Spaß bei der Auswahl!

[… Abschluss …]

Im weiteren Coaching-Sitzungen dann regelmäßige Reflexion zum Fortschritt und ggf. Zielanpassung (nach oben! – z.B. zusätzlich zum Cycling noch ein paar Geräteübungen), Reflexion wenn es nicht mit den 3 Mal geklappt hat, ggf. suche nach Alternativen falls ein Tag wegfallen sollte, Routine einkehren lassen …

Von Spitzensportlern lernen: Erholung planen

528457_318825298207166_747023546_nEin erfolgreicher Sportler weiß um seine wichtigste Ressource, seinen Körper. Gerade wenn er langfristig erfolgreich ist hat er irgendwann erfahren und gelernt, wie er die Signale seines Körpers deuten kann und ihn damit zur Höchstleistung verhelfen kann.

Der Körper ist ein System, welches in der Lage ist, sich selbst auszugleichen. Einerseits sind das kleine Verletzungen wie Blasen, Schnittwunden oder nicht sichtbare Mikrorisse in den Muskeln. Dieser Ausgleich erfolgt je nach Trainingsstand und Erholungsphasen unterschiedlich lange. Werden die Körpereigenen Signale nicht ausreichend beachtet, verändern sich kleinere Verletzungen in deutlich schwerer. Der Körper schafft einen Ausgleich und ruft gleichermaßen um Hilfe. Das sind dann zu Beispiel vermehrte Erkältungskrankheiten sowie Reitzungen in den Sehnen etc. Werden diese Signale wieder nicht beachtet, erfolgen noch Schlimmere Erkrankungen die weder Training noch Wettkampf zulassen und zur Zwangspause führen.

Spitzensportler haben gelernt, die Signale ernst zu nehmen, richtig zu interpretieren und auch gezielt Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist nicht jedem Sportler angeboren, es erfordert viel Wahrnehmung und sicher bei dem einen oder anderen auch viel Lehrgeld. Fast jeder musste schon mal einen wichtigen Wettkampf ausfallen lassen, da er vorher nicht auf seinen Körper gehört hatte und sich über die Signale hinweggesetzt hatte. Dieses Lehrgeld hilft dann beim nächsten Mal, die Erholungen ähnlich wie die Trainingsphasen zu planen und agil auf Änderungen des Gesundheitszustandes zu reagieren. Begleitung in Form von gezielter Ernährung, Physiotherapie und Massagen unterstützen und beschleunigen zudem die Erholung. Eine der Wichtigsten Komponenten aber bleibt ausreichend Schlaf.

Auch im Geschäftsalltag geht es uns ähnlich. Leichte Kopfschmerzen oder ein kleiner Schnupfen werden verdrängt, Schlaf wird oft verkürzt um noch effizienter zu sein. Mit Ausreden wie „das ist ja nur bis zum xxx“ versuchen wir uns das schön zu reden. Die Folge, auch der restliche Schlaf wird unruhiger und weniger erholsam, die Kopfschmerzen werden stärker über eine längere Zeit hinweg treten dann nach und nach andere Beschwerden auf. Es fängt mit Muskelverkürzungen und daraus resultierenden Verspannungen an, die sich oftmals zuerst im Schulter und Rückenbereich zeigen, die dann aber weiter zu Haltungsänderungen führen die dann in Bandscheibenvorfällen etc. enden können. Psychische Belastungen verstärken dies noch weiter.

Besonders kritisch wird es, wenn die Körpersignale durch die dauerhafte Einnahme von (schmerzlindernden) Medikamenten unterdrückt werden. Oder Entspannung durch Alkohol oder Drogen gesucht werden. Bewusst erwähne ich Medikamente und Alkohol/Drogen gemeinsam, da alles denselben Effekt hat: Veränderte Körperwahrnehmung. Und dies führt unweigerlich zu einer Verdrängung und nicht zu einer Ursachenbekämpfung.

Sinnvoll wäre es vielmehr, mehr Schlaf zur Regeneration, bewusster Ausgleich durch Sport oder Ruhe (je nach Art der Belastung im beruflichen und privaten Umfeld). Es bieten sich zur Regenerationsunterstützung an:

Leichtes Jogging, Walking oder Radfahren (Puls jeweils unter 130) in der Natur, Rückentraining, Pilates, Joga, autogenes Training, Meditationen, Sauna etc.

Viel Spaß und viel Erfolg beim Umsetzten der vielleicht entstandenen guten Vorsätze in 2017. Gerne unterstütze ich Sie dabei durch systemisches Coaching und Meantaltraining.

Uwe

Advent – Besinnliche Zeit

img_0868Advent – Besinnliche Zeit. Ja, schön wäre es. Irgendwie kommt mir die Adventszeit diesmal wie ein Endspurt in einem Marathon vor, nur mit der Perspektive das es nach der Ziellinie mindestens noch einmal über 40km weiter geht. Es hört nicht auf, der Terminkalender für Januar bis Juli ist schon wieder Rand voll.

O.K. Uwe, jetzt mal Perspektiven gewechselt: Du hast eine tolle Arbeit, die dir Spaß macht. Du bist und wirst gefragt. Hetze und Getrieben sein passiert in dir selbst, denn egal wie sehr du dich auch anstrengst der Tag wird nie mehr wie 24h haben. Also genieße die Zeit. Lächele bei einem Projektmeeting statt schon an den nächsten Termin zu denken, nimm dir die Zeit die die Aufgaben brauchen, sonst landen sie eh wieder bei dir und du ärgerst dich nur selbst. Gönn dir trotz der vielen geschäftlichen Termine Zeit mit deiner Familie.

Das alles würde ich mir selbst sagen, aus der Meta-Perspektive, also von außen beobachtend. Innehalten hilft mir diese Meta-Perspektive einzunehmen, mich zu erden, meinen Körper mit seinen Bedürfnissen wahr zu nehmen und so meine Energiespeicher wieder aufzufüllen. Leider gelingt mir das nicht immer, aber glücklicherweise mittlerweile immer öfter. Kurz die Augen schließen, tief durchatmen, an etwas Schönes denken – und dann gestärkt in die nächste Herausforderung eintauchen.

Besinnlichen Advent wünscht Euch,

Euer Uwe Steinkötter

Systemisches Coaching – Veränderungen auf Identitätsebene ermöglichen

Coaching ist eine Begleitungsform, die im Wesentlichen Verhaltensänderungen bewirken soll. Durch das Coaching soll ein Klient dazu befähigt werden, konkrete Handlungen zu finden, die einen Zustand verändern (meist Unterlassungen oder verändern von oder durchführen von Tätigkeiten). Diese allgemeine Form der Begleitung bzw. des Coachings finden wir bei in den unterschiedlichsten Bereichen. Projekt-Coaches, Fach-Coaches und auch die meisten Führungskräfte-Coaches tummeln sich im Feld der Handlungsebene. Die Veränderungsrichtung wird oft von außen vorgegeben, jemand anderes sagt wie die Handlungen auszusehen haben und die Aufgabe des Coaches ist es den Klienten da hin zu bringen, meist durch viel Training und Überzeugung unterstützt durch einfache Reflexionen auf Verhaltensebene.

Beim Systemischen Coaching handelt es sich um eine tiefe Begleitungsform. Diese verlangt vom Coach hohes Engagement, Fachwissen und Persönlichkeit und vom Klienten die Bereitschaft, „sich selbst anzuschauen“. Systemisches Coaching ist daher eine komplexe Begleitungsform mit vielen aufeinander abgestimmten Interventionen die im Wesentlichen neue (Teil-) Identitäten bewirken will. Diese entstehen nicht, weil jemand anders sie haben möchte, sondern weil der Klient sich dies wünscht! Durch eine Transformation kann sich aus etwas „Altem, Belastenden“ etwas Neues bilden, dieses Neue ist auf der Identitätsebene.

Die neue Identität „Ich bin … „(z.B. zufrieden, durchsetzungsstark, reflektiert, …) kann entstehen und dabei die alte Identität „Ich bin …“ (z.B. verlassen, ohnmächtig, feige, …) ersetzten. Dieses setzt hohes Reflektionspotential des Klienten voraus, nur dann kann und will Neues entstehen.

Systemisches Coaching setzt Ergebnisoffenheit beim Coach voraus, das sich Zurücknehmen und das Aushalten und zudem ein hohes Vertrauen in das eigene Können. Jede Unsicherheit des Coaches nimmt der Klient direkt wahr und das mindert die Erfolgsaussichten der Intervention oder gar des gesamten Coachings. Daher ist hier eine Supervision durch einen erfahrenen anderen Coach sehr wichtig wie auch die Kenntnisse über verschiedene Interventionsmöglichkeiten.

Durch „einfaches“ Coaching auf der Verhaltenseben erhält ein Vorgesetzte Mitarbeiter, wie er sie haben möchte. Die dadurch ggf. entstehenden inneren Konflikte bei dem Mitarbeiter blendet man in dieser Begleitform leider sehr oft aus.

Durch systemisches Coaching insbesondere mit dem St. Galler Coaching Modell entwickelt man Menschen die werteorientiert agieren, weil das ihrer Identität entspricht und die somit hinter ihrem Verhalten stehen. Das ist für Vorgesetzte nicht immer einfache, da hier Mitarbeiter auch erkennen können ob sie zu einer Aufgabe, einer Führungskultur und somit auch zu einer Abteilung oder einem Unternehmen passen oder nicht. Das hat nicht selten den Wechsel oder gar die Kündigung durch den Klienten zur Folge. Andersherum aber, wenn der Klient erkennt das er an der richtigen Stelle  ist und er selbst „Barrieren“ entfernt hat wird die so vielgepriesene Verantwortungsübernahme oder „entrepreneurship“ möglich, neue Potentiale entstehen und können leicht gehoben werden, da sie aus dem Klienten selbst kommen und nicht von außen aufgedrückt werden.

Dieser Blog ist auf Grundlage von Gedanken und Aufzeichnungen von Rudolf E. Fitz, dem Entwickler des St. Galler Coaching Modells entstanden. Herzlichen dank dafür!

Wie wir gelernt haben Gefühle zu verdrängen

20161102_160608Mit staunenden und strahlenden Augen die Welt entdecken, wissensdurstig, glücklich, voller Freude an all dem was es zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und zu fühlen gibt, spontan sich auf die Impulse einlassend, unvoreingenommen und offen – so sind Kinder. Getragen von der Ur-Liebe, geliebt des Da Seins wegen und nicht für bestimmtes Tun oder Lassen. Das Ur-Vertrauen in jedem von uns, das uns zu den idealen Entdeckern macht. Ja, lass dir das auf der Zunge zergehen, so warst Du mal. Und das tolle ist, ganz tief in Dir ist das immer noch da, nur durch viel Schichten abgetrennt und verborgen – Dein inneres Kind.

Denn im Laufe unseres Lebens erfolgten immer mehr Ereignisse, unerfüllte Bedürfnisse und auch scherzhafte Erfahrungen, die frühen bezeichnet man auch als Prägungen, die sich wie Magmaschichten eines Vulkanstroms über unsere Ur-Werte gelegt haben da die schmerzlichen Erfahrungen abgespeichert wurden und die unerfüllten Bedürfnisse unerfüllt blieben. In früher Kindheit reicht oftmals schon eine Bewertung von außen wie „jetzt sei mal ruhig“ oder „stell dich jetzt bloß nicht so an“ aus, um daraus Glaubenssätze wie „ich bin nicht liebenswert“ oder „ich bin ungenügend“ entstehen zu lassen. Mit dem Kopf lernen Kinder (und auch Erwachsene) Vermeidungsstrategien zu entwickeln. Sie wollen gefallen, in jungen Jahren vor allem unseren Eltern. Diese Liebe, Nähe, Zuneigung, dafür tun kleine Kinder alles. Manchmal habe ich das Gefühl das so mancher Erwachsene das auch in gleicher Weise von seiner/m Vorgesetzen will und alles dafür tut … und damit meine ich nicht Loyalität, sondern blindem Gehorsam. Leider auch ein Phänomen, was sich in Unternehmen auch auf höheren Führungsebenen findet und dem Unternehmertum völlig im Weg steht. Hier wäre das systemische Coaching sicherlich sinnvoll um der dahinterliegenden Prägung auf den Grund zu gehen …

Aber zurück zur Entwicklung unserer Magmaschichten bestehend aus Verletzungen, Glaubenssätzen und daraus resultierenden Strategien. So reißt dann nach und nach die Verbindung zum inneren Kind ab. Geblieben sind die über einen langen Zeitraum im Unbewussten gespeicherten Gefühle, entstanden in Prägungen die unbewusst wirken und von denen die Prägungserfahrungen ebenfalls mehr und mehr von anderen Magmaschichten überdeckt werden. Diese sind Ängste und Muster, die uns helfen schnell zu reagieren ohne den Schmerz der Prägungssituation erneut erleben zu müssen. Dies beeinflusst jeden von uns in ganz alltäglichen Situationen mit Kollegen und Vorgesetzten, Kunden oder Lieferanten oder auch im privaten oder familiären Umfeld. Als Erwachsene haben wir erlernt unserem Verstand zu folgen und Gefühle als „Duselei“ abzutun. Eine bestimmte Aktion oder ein Verhalten eines Beteiligten löst bei uns ein Muster aus, wir reagieren wie „ferngesteuert“ darauf und wenden die jeweils in der Kindheit erfolgreiche Strategie (z.b. weglaufen, klein machen, weinen, überspielen mit Lachen, …) an. Leider haben wir hier dann nicht die Wahl, ein anderes, neues Verhalten zu wählen. Unser Unbewusstes hat diese Muster erkannt und die dazugehörige Strategie abgespeichert. Durch das bewusst machen dieses Mechanismus und der Ursachenforschung mit systemisches Coaching (z.B. durch Tiefenstruktur und Timeline-Prozesse) lassen sich neue identitätsprägende Verhaltensweisen erlernen, die einem Wahlmöglichkeiten eröffnen. „Leider“ ein Prozess, der das „mit sich selbst auseinandersetzten“ voraussetzt. Zurück zu unserer Magmaschicht, das verdecken benötigt viel Kraft und Spannung, wenn diese Schichten weg sind und man dem ursprünglichem Problem bzw. der Prägung ins Augenblicken kann dann eröffnen sich viele neue Möglichkeiten, die Kraft des verdeckt Haltens wird frei und ist anders nutzbar. Abschließend möchte ich mit einem Zitat von Deepak Chopra dazu ermutigen, mit staunenden und strahlenden Augen die Welt zu entdecken, wissensdurstig, glücklich und voller Freude: „Jedes Mal, wenn Du versucht bist, in alten Mustern zu reagieren, frage dich, ob du ein Gefangener der Vergangenheit sein willst, oder ein Pionier der Zukunft“

Wenn sie wieder selbst die Alternativen bestimmen möchten und das nicht ihren etablierten Mustern überlassen wollen helfe ich Ihnen gerne, die Auslöser zu finden und die Wahlmöglichkeit in bestimmten Situationen zu haben.

Kontaktieren sie mich unverbindlich, ich freue mich darauf!

Systemische Organisationsaufstellungen

Elemente in Systemen sind miteinander verbunden. Ein System (im Business Kontext oftmals ein Team) besteht aus einer Anzahl von Elementen (den Teammitgliedern, siehe auch Team Coaching). Diese „Elemente“ sind miteinander verbunden und verstrickt, auch ein abgetrennt sein von Teammitgliedern ist eine Verbindung. Dieses System, unser Team führt ein Eigenleben. Es führt einen inneren Austausch im Team und ist über seine Teammitglieder auch mit anderen Systemen wie das Makrosystem Unternehmen verbunden. Jeder Mensch ist Teil von verschiedenen Systemen, und wir bringen unsere Erfahrungen und Prägungen mit in das System Team. Dies leitet uns bei unseren Handlungen und Unterlassungen.

Systemisches Aufstellungsbrett
Systemisches Aufstellungsbrett

Systemische Aufstellungsarbeit kann uns dabei helfen, in hochkomplexen Beziehungs- und Steuerungsverflechtungen zu erkennen, um was es wirklich geht. In der systemischen Aufstellungsarbeit haben Elemente immer einen Ort und eine Ausrichtung. Durch dieses Bewusstmachen über Aufstellungen lässt sich durch eine Werteorientierung eine gezielte Fokussierung auf die wichtigen Ziele oder ein Lösen von den relevanten Problemen in Teams wirkungsvoll angehen. Oftmals sehen wir nämlich Konflikte nur Linear, also z.B. zwischen zwei Personen oder Konfliktparteien, dabei sind diese sichtbaren Symptome lediglich die Reaktion auf ganz andere, nicht sichtbare oder nicht gesehen werden wollende Ursachen.

Alleine schon das Aufstellen des Ist-Zustandes eines Teams ist eine erste Intervention. Durch das sich bewusste Machen des inneren Bildes erhält der Aufstellende (z.B. einer der Konfliktpartner oder die Führungskraft) neue Perspektiven und Handlungsoptionen. Mit etwas Übung und Anleitung durch einen erfahrenen Coach gelingt auch das hineinspühren in die einzelnen Elemente oder Teammitglieder, so werden unterschiedliche Perspektiven für den Aufstellenden erkennbar und fühlbar. Die verborgenen Dynamiken und ihre Ursachen werden transparent und können angegangen werden. Man kann es glauben oder nicht (ich hätte das bis vor zwei Jahren auch nicht geglaubt) aber die Interventionen die ein Coach mit dem Aufstellenden durchführt wirken auch auf die nicht anwesenden Teammitglieder. Oftmals sind schon beim nächsten Zusammentreffen des Teams erste Veränderungen spürbar.

Sich selbst immer neu erfinden

Für mich ist es wichtig den eigenen Horizont ständig zu erweitern, sei es durch gute Gespräche, Bücher und Zeitschriften oder durch Vorträge, Seminare und Weiterbildungen. Wissen öffnet, Erfahrungsdurst ist eine der wichtigsten Voraussetzung um einerseits andere Meinungen und neuerfindenSichtweisen akzeptieren zu können und auch die eigene weiter zu entwickeln. Nur wer viel hört und liest ist offen für neues und kann so in Alternativen denken und handeln. Gutes Zuhören und ein offenes Ohr zu haben hilft dabei, viel mehr zu erfahren als man es oftmals zu erhoffen vermag. Gezieltes Nachfragen mit einer hohen Empathie unterstützt dies sehr. Damit generiert man nicht nur Vertrauen, sondern man gewinnt auch wichtige Informationen. Diese Informationen gepaart mit einer risikofreudigen out-of-the-box Denkweise ermöglicht unkonventionelle Lösungen und Entscheidungen, ein sich neu erfinden und ein sich weiterentwickeln.
Wer aufhört sich neu zu erfinden wird in der Vergangenheit verweilen. Aber nur im hier und jetzt fließen Vergangenheit und Zukunft zusammen. Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern, aber man kann die Wahrnehmung zu ihr Verändern und somit von JETZT an die Zukunft beeinflussen. Muster aus der Vergangenheit lassen sich auflösen, durch neue Denk- und Handlungsoptionen erwachsen neue Verhaltensweisen die uns fit für die Zukunft machen.
Offenheit für Neues hilft, sich ständig selbst zu hinterfragen. Kein immer leichter Prozess, weil er das in sich Gehen voraussetzt, also die kritische und oftmals schmerzhafte Beschäftigung mit uns selbst. Wenn das gelingt, gelingt auch das sich neu Erfinden und dies von Mal zu Mal besser – man kann also so die eigene Veränderungsgeschwindigkeit ebenso wie die Freude an Veränderungen erhöhen!
Viel Spaß beim „sich selbst neue Erfinden“ wünscht
Uwe